Als ich auszog, um ein Wasser Bett kaufen zu gehen
08. Juni 2009

An sich ist ja nichts dabei, wenn man sich entschließt, ein Möbelstück, wie zum Beispiel ein Wasser Bett kaufen zu wollen. Man informiert sich, was das gewünschte Stück in etwas kostet, wie man es nach Hause schaffen kann, und natürlich, wo man es bekommt. Als der Tag gekommen war, bewaffnete ich mich mit Begeisterung, Kreditkarte und Einkaufslust, um das etwa 120 Kilometer von meinem Heimatörtchen gelegene Geschäft aufzusuchen. Ein Wasser Bett kaufen kann nicht so schwer sein, und auch nicht so lange dauern; dachte ich.  Irgendwie hatte ich schon beim Aufstehen das untrügliche Gefühl, der Tag könnte einige Pannen beinhalten, denn die Kaffeemaschine versagt ihren Dienst, und ohne meinen Morgenkaffee bin ich nur die Hälfte wert. Als mein alter Kombi, wie schon so oft, beim Anlassen leicht stotterte, dachte ich mir noch nichts schlimmes, doch das sollte sich als Fehler herausstellen. Immer noch ein lustiges Lied auf den Lippen, fuhr ich also los. Dass mir jemand die Vorfahrt genommen hat, als ich auf der Bundesstraße so vor mich hin tuckerte, und ich eine Vollbremsung machen musste, hab ich ja noch verkraftet. Dass das Auto abstarb, mitten auf der Bundesstraße, war im selben Moment auch noch nicht weiter schlimm. Erst als die Kiste mitten auf der Straße nicht mehr dazu zu bewegen war, wieder anzuspringen, bekam ich langsam hektische Flecken im Gesicht. Ich orgelte und orgelte, aber bis auf das übliche Gestottere machte die Karre keinen Mucks mehr. Hupende Autos mit wütenden Fahrern zogen an mir vorbei; es dauerte eine gefühlte Ewigkeit, bis ich endlich mein Handy und meine Warnweste greifen und aus dem Auto flüchten konnte. Jaja, dachte ich, Frau am Steuer, werden die meisten jetzt schimpfen. Zunächst rief ich meinen Vater an, der, wie könnte es anders sein, nicht zu erreichen war. Nach einigen weiteren erfolglosen Telefonaten ließ ich mich mit der Polizei verbinden, um diese loszuschicken, mir einen Abschleppdienst zu besorgen und die Gefahrenstelle abzusichern. Dass ich ein Wasser Bett kaufen wollte, hatte ich zu diesem Zeitpunkt einfach vergessen. Die Polizisten trafen ein, sicherten mein Auto ab, das immer noch mitten auf der Straße stand, und dann machten sie, ich konnte es kaum fassen, eine Kontrolle meines Autos. TÜV und ASU, Führerschein und Fahrzeugschein, und natürlich den Verbandskasten wollten sie sehen. Süffisantes Grinsen war die Folge und ein Strafzettel, weil der Verbandskasten natürlich nicht da war. Bis endlich der Abschleppwagen eintraf und mein Auto zurück in die heimatliche Werkstatt brachte, vergingen quälende Minuten, in denen die Beamten fachsimpelten, ob ich das Auto habe absaufen lassen, oder die alte Karre einfach so nicht mehr funktionierte. Sie entschieden sich, das konnte man am Grinsen sehen, für die erste Variante.  Als ich bitter enttäuscht zuhause ankam, ließ ich mir ein entspannendes Bad ein, wenn ich schon nicht geschafft hatte, ein Wasser Bett kaufen zu fahren. Als ich meiner Freundin am Telefon vom misslungenen Tag berichtete, lief das Wasser natürlich auch noch über. Mein Wasser Bett habe ich, nachdem ich Strafzettel, Autoreparatur und Abschleppdienst bezahlt hatte, dann letztendlich einfach im Internet bestellt.

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